Am 16. Mai um 22:01 Uhr MESZ tritt die Neumondphase ein. Der Mond steht dabei vier Grad nördlich der Ekliptik, zieht also weit an der Sonne vorbei. Beide befinden sich im Sternbild Stier kurz vor dem Goldenen Tor der Ekliptik.
Einen Tag nach Neumond, am 17. Mai, geht der Mond um 22:44 Uhr unter. Zwischen Neumond und dem Auftauchen der schmalen Mondsichel am Abendhimmel vergehen somit fast exakt 24 Stunden. Da er sich wie oben erwähnt nördlich der Sonne befindet und die abendliche Ekliptik noch recht steil zum Horizont steht, ergibt sich eine gute Gelegenheit, um die sehr schmale Mondsichel bei einer Beleuchtung von nur 1,6 % zu beobachten.
Zum Ende der bürgerlichen Dämmerung um 21:42 Uhr steht der Mond noch etwas mehr als sechs Grad über dem nordwestlichen Horizont. Bei klarem Himmel und freier Sicht sollte es ab jetzt mit dem Fernglas möglich sein, den Mond aufzuspüren. Gegen 22 Uhr beträgt die Mondhöhe noch 4,5 Grad, um 22:15 Uhr sind es 2,7 Grad – anschließend wird die Mondsichel in den Dunstschichten oder hinter der Landschaft versinken.
Alle Zeitangaben beziehen sich auf den mittleren Ort bei 50 Grad nördlicher Breite und 10 Grad östlicher Länge. Um die Situation für seinen persönlichen Standort besser beurteilen zu können, schaut man sich den Ablauf am besten mit einem Planetariumsprogramm an. Und wie immer gilt: besser früh mit der Beobachtung beginnen, um den besten Zeitpunkt nicht zu verpassen.
Für Fotos bieten sich alle etwas längeren Brennweiten an, ab 300 mm wird die Mondsichel prominent. Extra: der Mond befindet sich an diesem Tag in Erdnähe und ist dann rund 10 % größer als im Durchschnitt.